Vorgeschichte 1

Wenn wir die Geschichte der Klarinette  in ihrem Umfeld verstehen wollen, müssen wir natürlich vor der eigentlichen (Er)Findung ihrer selbst beginnen. Wo starten wir? Vielleicht nehmen wir so ca. 50 Jahre und versuchen ein Bild von den allgemeinen Lebensbedingungen zu machen. Wie weit waren unsere Holzbläserkollegen entwickelt, also die, die heute immer noch um uns herum sitzen? Die Exoten –wie Serpent, Nasenflöte oder Pyrophon- lassen wir dabei außen vor.

Die Flöte ist wohl das älteste der Holzblasinstrumente, genauer muss man wohl von den Flöten sprechen. Übergehen wir hier  großzügig die Blockflöten bzw. ihr Mitstreiter um den Titel des wohl unnützesten Musikinstrumentes und bleiben bei der Querflöte. Das Tonerzeugungsprinzip ist uralt, in annähernd heutige Form gebracht wurde sie in der zweiten Hälfte des 17.Jhds. Stichwort Hotteterre, also Frankreich und die Barockflöte. Was aber schreibt als Zeitzeuge unser geschätzter Mattheson? —: „Flöten sind gar nicht zu zwingen: deswegen sie auch am greulichsten dissonieren, und den Übel-Laut durch ihr gewöhnliches Geheule vermehren. Doch wollen die Flöten immer hinten und vorn seyn.“ Leider wörtlich aus: „Das forschende Orchester“ 1727.

Die Oboe entwickelt sich aus dem Pommer bzw. aus der Schalmei so gegen 1660 in Frankreich allmählich zur dem was wir heute als Barockoboe bezeichnen würden. Die Entwicklung war nötig, denn ein mittlerer Pommer ähnelt mit seiner Minimalbohrung und gut 2cm Wandstärke einem veritablen Baseball-Schläger und liegt ähnlich gut in der Hand. Da kommt man leicht auf abwegige Gedanken…Ab 1670-80 setzt sich die Oboe allmählich in der Instrumentalmusik durch um letztlich auch die Plätze in der Sakralmusik zu besetzen. Dies ist im Übrigen der Grund warum bis heute Oboisten immer die guten Muggen bekommen.

Fagott ist ein weiter Begriff, sein Verwandter  Dulzian war schon lange ein prima Bassinstrument, etwas im heutigen Sinn Barockfagottartiges entstand (siehe da!) in der zweiten Hälfte des 17.Jhds. in Frankreich. Spätestens jetzt sollte dem aufmerksamen Leser etwas auffallen: —?—  aha, genau, sehr gut, immerhin war Paris in dieser Zeit eines der angesagten  kulturellen Zentren des europäischen Großraumes.

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Kategorien: Geschichte(n) der Klarinette, Historie | Hinterlasse einen Kommentar

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